Die Magyar Posta, begeht den 150. Jahrestag der Geburt des Schriftstellers, Museum-und Bibliothekdirektors István Tömörkény (Stefan Steingaßner) mit der Ausgabe einer Sonderbriefmarke am Tag der ungarischen Kultur. Die Briefmarke mit einem Nennwert von 340 HUF wurde anhand des Entwurfs des Grafikkünstlers András Andor erstellt. Am Briefmarkenmotiv ist ein Portrait von István Tömörkény, im Untergrunddruck mit einem Detail aus einem seiner Briefe. Auf dem Umschlag befindet sich ein Ausschnitt aus einer 1902 von dem Budapester Verlag Edgar Schmidt hergestellten Ansichtskarte von dem „Für die Kultur“ erbauten Kulturpalast. Die Neuheit ist erhältlich ab dem 22. Januar, abhängig vom Vorrat, in den Ersttagspostämtern sowie in der Filaposta bzw. auch auf Bestellung im Webshop der Magyar Posta.
István Tömörkény ging in Szeged und Makó zur Schule und lernte dann Apotheker. Anstelle der Apothekerlaufbahn, die ihm ein gemütliches bürgerliches Leben versprach, entschied er sich jedoch für den Journalismus. Er gehört zu den Schriftstellern, die ihre individuelle Stimme nur schwer finden. Nach geräumiger Zeit entschließt er sich 1893, seinen ersten selbstständigen Band Szegedi parasztok és egyéb urak [Szegediner Bauern und sonstige Herren] herauszugeben. Weitere vierzehn Bände entstehen im Laufe seines Wirkens, das gut ein viertel Jahrhundert umspannt. Die Novelle ist seine echte Literaturgattung. In ihr erzählt er auch komplizierte Geschichten mit außerordentlicher Prägnanz. Nach einer Charakterisierung in wenigen Worten nehmen die Akteure anschaulich Gestalt an. Manchmal tut er so, als formuliere er salopp, doch schnell stellt sich heraus, dass auch dies ein Kunstgriff ist. Die in den Novellen häufig wiederkehrenden Figuren werden zu persönlichen Bekannten des Lesers. Meisterhaft spielt er mit Stimmungsfacetten: Aus einem lustigen Anfang entwickelt sich eine erdrückende Tragödie, düstere Situationen schlagen mit einer unerwarteten Wende in Komik um. Sein literarisches Werk ist ein richtungsweisendes Vermächtnis für die ungarische Literatur des 20. Jahrhunderts.
Von 1904 bis 1917 leitete er den Kulturpalast in Szeged, bestehend aus dem Stadtmuseum und der Somogyi-Bibliothek - dem Vorgänger des heutigen Móra Ferenc Museums. Während seines Direktoriums schuf er eine sichere geistige Grundlage für das Museum, auf die sein Nachfolger, Ferenc Móra, aufbauen konnte. So ist unter anderem auch die Gründung der ethnographischen Sammlung seiner Arbeit zu verdanken. Quelle: mek.oszk.hu/Móra Ferenc Múzeum, Szeged